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Präventive Psychosenbehandlung

Behandlungsbereich Frühbehandlung von Menschen mit Psychosen
Was sind Psychosen?
Psychotisch zu werden heißt, in eine andere Realitätsebene zu wechseln. Obwohl diese Möglichkeit in uns allen angelegt ist, sind manche Menschen hierfür empfänglicher als andere. Psychotische Zustände können bei einer Vielzahl von psychischen Störungen auftreten, u.a. bei schizophrenen und affektiven Störungen, jedoch auch bei sog. Persönlichkeitsstörungen oder bei Suchtproblemen.
Warum Frühbehandlung?
Psychotische Störungen können die Betroffenen oft langfristig im Berufsleben wie im selbständigen Leben beeinträchtigen. Diese sozialen Folgen sind häufig viel schwerwiegender als die Krankheitsepisoden an sich und erfordern oft langfristige psychosoziale Unterstützung und Rehabilitation. Da diese sozialen Beeinträchtigungen in der Regel besonders bei einem verzögerten Behandlungsbeginn auftreten, wurde 2015 das Projekt zur Frühbehandlung von Menschen mit  Psychosen ins Leben gerufen. Eine frühzeitige Behandlung kann helfen,

  • akute Erkrankungsphasen zu verhindern oder zu mildern
  • soziale Folgeschäden, wie Schul- oder Ausbildungsabbruch zu vermeiden
  • zu lernen, mit der psychotischen Veranlagung umzugehen und dadurch Krisen ambulant -  abzufangen

selbständig zu werden und beruflich Fuß zu fassen.
Was die Behandlung bietet?
Der Behandlungsbereich Frühbehandlung von Menschen mit Psychosen bietet:

  • Eine Sprechstunde zur Früherkennung und Diagnostik psychischer Störungen
  • Eine WG-ähnliche Frühbehandlungsstation für junge Menschen mit Psychoseerfahrungen (Soteria)

Unterstützung im Berufsleben (Supported Employment)
Wer ist Behandlungsbereich Frühbehandlung?
Der Behandlungsbereich Frühbehandlung von Menschen mit Psychosen wurde innerhalb der Abteilung Allgemeinpsychiatrie seit 2012 schrittweise aufgebaut. In den o.g. Bereichen engagieren sich u.a. ein Facharzt für Psychiatrie, drei klinische Psychologen, drei Job Coaches, eine Bewegungstherapeutin sowie fünf Pflegekräfte für die Betroffenen. Das Angebot sieht sich den empirischen Wissenschaften verpflichtet und setzt bewährte Präventions- und Behandlungsprinzipien um. Im Rahmen einer Forschungskooperation zwischen dem ZfP Reichenau und dem Fachbereich Psychologie der Universität Konstanz werden die Behandlungsverläufe wissenschaftlich evaluiert und innovative Interventionen wissenschaftlich überprüft. Um unseren schul- und methodenübergreifenden Ansatz zu vertiefen, besteht ein vielfacher interdisziplinärer Austausch u.a. zur philosophischen Fakultät der Universität Freiburg, der Charite Berlin , zur Internationalen Soteria Gemeinschaft und zum Dartmouth Psychiatric Research Center (Herr Prof. Dr. R. Drake, Frau Prof. Dr. D. Becker).