Fachtagung
Neurodiversität
2.Konstanzer Fachtagung für Praktizierende /
Neurodiversität in Beratung, Therapie und Arbeitswelt /
10 Jahre Supported Employment /
Mittwoch, 5. November, und Donnerstag, 6. November 2025
Nach der durchweg positiven Resonanz auf die 1. Konstanzer Fachtagung Neurodiversität im vergangenen Jahr freuen wir uns, Sie auch 2025 wieder herzlich einzuladen!
Neurodiversität spielt in der klinischen Praxis von Beratung und Therapie eine immer zentralere Rolle. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und die zunehmende Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen zeigen, wie wichtig ein fundierter und differenzierter Umgang mit neurodivergenten Menschen ist. Viele Fachkräfte wünschen sich mehr Sicherheit beim Erkennen und Abgrenzen entsprechender Störungsbilder.
Unsere Fachtagung bietet Ihnen:
- Fachvorträge renommierter Expert:innen
- Festveranstaltung 10 Jahre Supported Employment am Mittwoch, 5. November, 14 bis 18 Uhr (freier Eintritt zur Festveranstaltung)
- Praxisnahe Workshops am Donnerstag, 6. November
Raum für Austausch und Diskussion
Das detaillierte Programm mit Zeitplan finden Sie auf dieser Seite als Download.
Themenschwerpunkt 2025: Neurodiversität & Arbeit /
Arbeit bedeutet für Menschen mit Neurodivergenz mehr als nur ein Einkommen – sie kann ein Schlüssel zu sozialer Teilhabe, psychischer Stabilisierung und einem positiven Selbstbild sein. Gemeinsam möchten wir diskutieren, wie berufliche Teilhabe gelingen kann und welche besonderen Anforderungen dabei zu beachten sind.
Zugleich feiern wir einen besonderen Geburtstag: 10 Jahre Supported Employment in Konstanz!
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme, den fachlichen Austausch und neue Impulse für eine inklusive Praxis.
Dr. med. Simon Senner, Chefarzt, und das Team der Klinik für Sozialpsychiatrie
Fast alle Workshops finden am Donnerstag, 6. November, zweimal statt: sowohl vormittags als auch nachmittags. Ausnahmen bilden die Workshops 3A und 3B, die jeweils nur einmal angeboten werden. Nähere Informationen finden Sie in den Beschreibungen.
Warum schnelle Klarheit und Behandlungsoptionen wichtig sind /
Workshop 1 wird vormittags (10:30 bis 12:30 Uhr) und nachmittags (14:00 bis 16:00 Uhr) angeboten.
„Könnte ich nicht vielleicht doch auch ADHS haben?” Dieser Frage von Patient:innen begegnen wir mittlerweile im Praxisalltag immer häufiger. Der Wunsch nach einer definitiven Antwort ist oft drängend und zugleich halten sich die Angebote für eine Abklärung von ADHS im Erwachsenenalter weiterhin in Grenzen und sind mit langen Wartezeiten verbunden. In diesem Workshop soll es darum gehen, einen Einblick in die praxisnahe Diagnostik von Erwachsenen mit ADHS-Verdacht zu erhalten, um schnell Klarheit und weitere Behandlungsoptionen für die Betroffenen zu schaffen. Wir wollen uns damit beschäftigen, wie wir ADHS erkennen (und woran vielleicht auch nicht), welche Chancen und Fallstricke sich in der Diagnostik bei Erwachsenen ergeben und wie eine Abgrenzung von anderen Diagnosen stattfinden kann. Hierzu beschäftigen wir uns insbesondere mit dem Diagnostischen Interview für ADHS bei Erwachsenen (DIVA 2.0/5) und begleitender Fragebogendiagnostik. Abgerundet wird das Seminar durch praxisnahe Beispiele und eine Diskussion.
Dr. Vanessa Schombert, M.Sc. Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin
Wahrnehmungsbesonderheiten bei Menschen mit Autismusspektrumstörung (ASS) /
Workshop 2 wird vormittags (10:30 bis 12:30 Uhr) und nachmittags (14:00 bis 16:00 Uhr) angeboten.
Im ersten Teil des Workshops wird ein Überblick zur ASS, den damit einhergehenden Wahrnehmungsbesonderheiten sowie Diagnosemöglichkeiten gegeben. Im zweiten Teil widmen wir uns der Bedeutung dieser Besonderheiten für das Ausbildungs- und Berufsleben, nicht ohne dabei sowohl auf die Schwierigkeiten als auch auf die Stärken der Betroffenen einzugehen. Anhand von Fallbeispielen sowie einem gemeinsamen Dialog mit einer betroffenen Person möchten wir zeigen, dass sich Zufriedenheit im Beruf und die Diagnose mit einer ASS keinesfalls ausschließen müssen.
Dr. Almut Carolus, Dipl.-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Leitung der Diagnostiksprechstunde
Sandra Götz, Sozialpädagogin, Supported Employment
Ergotherapeutische Strategien für Erwachsene mit Aufmerksamkeitsstörungen /
Workshop 3a findet nur vormittags (10:30 bis 12:30 Uhr) statt!
Dieser Workshop richtet sich explizit an alle therapeutisch tätigen Berufsgruppen. Im Zentrum stehen kreative Methoden und praktische Übungen zur Alltagsbewältigung die sich in der ergotherapeutischen ADHS Behandlung als sehr hilfreich und sinnvoll (im Sinne von Sinne füllend) erwiesen haben. Neben fachlich- ergotherapeutischen Impulsen zum Thema Selbststrukturierung, emotionaler Regulation und dem Umgang mit Überforderung, liegt ein besonderer Fokus auf der kreativen, ressourcenorientierten Arbeit mit Menschen mit ADHS. Anhand von Praxisbeispielen soll die Entwicklung individueller Ansätze zur Verbesserung der Einschränkungen bei ADHS aufgezeigt werden. Der Workshop ist praxisnah und interaktiv. Er soll zur Weiterentwicklung eigener methodischer Zugänge ermutigen.
Brigitte Eberding, Ergotherapeutin in eigener Praxis
Differentialdiagnostik komplexer Symptomkonstellationen /
Workshop 3b findet nur nachmittags (14:00 bis 16:00 Uhr) statt!
In der klinischen Praxis stellen sich zunehmend Patient:innen vor, die sowohl Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) als auch einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zeigen – mit teils überschneidenden, teils distinkten Merkmalen. Dies stellt die Diagnostik vor besondere Herausforderungen: Wie können Überschneidungen korrekt eingeordnet, Doppeldiagnosen erkannt und therapeutisch sinnvoll adressiert werden? Besonders bei jungen Erwachsenen ist ein wachsendes Bedürfnis nach einer neurodivergenzbezogenen Abklärung zu beobachten. Eine sorgfältige differentialdiagnostische Abgrenzung zu anderen Störungsbildern wie z.B. Traumafolgestörungen oder Persönlichkeitsstörungen ist essenziell, um adäquate Behandlungsansätze zu gewährleisten. Der Workshop möchte klinisch Tätige für diese Herausforderungen sensibilisieren und diagnostische Strategien vorstellen.
Susanne Breinlinger, M.Sc. Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin
Emma Beck, M.Sc. Psychologin
Handlungskompetenz bei psychotischen Störungen /
Workshop 4 wird vormittags (10:30 bis 12:30 Uhr) und nachmittags (14:00 bis 16:00 Uhr) angeboten.
Psychotische Störungen zählen zu den kostenintensivsten psychischen Störungen. Neben den hohen gesellschaftlichen Kosten gehen manifeste Störungen häufig mit hohen Chronifizierungsraten einher. Psychosen entwickeln sich meist schleichend über einen etwa 5 bis 6 Jahre andauernden Zeitraum und die Symptomatik beginnt oftmals im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter. Betroffene zeigen häufig ein frühes Hilfesuchverhalten, erhalten allerdings aufgrund der meist unspezifischen Symptome nur selten ein zeitnahes und spezialisiertes Behandlungsangebot. Auch die Planung beruflicher Perspektiven stellt für Betroffene eine große Herausforderung dar, da die Arbeitsfähigkeit häufig eingeschränkt ist und dies oft in eine Erwerbsunfähigkeit mündet. Mit diesem Workshop möchten wir Ihre Sensibilität als Ansprechperson für hilfesuchende Betroffene schulen. Dazu vermitteln wir Ihnen zunächst theoretische Grundlagen zu Risikosymptomen und geben Ihnen - aus Sicht der Betroffenen - Einblicke in die Unterstützungsmöglichkeiten durch Supported Employment.
Sarah Stumpp, M.Sc. Psychologin, CARE-Projekt der Universität Konstanz
Susanne Hauk, Sozialpädagogin, Supported Employment
Update zur medikamentösen Behandlung neurodiverser Patient:innen /
Workshop 5 wird vormittags (10:30 bis 12:30 Uhr) und nachmittags (14:00 bis 16:00 Uhr) angeboten.
Der 90‑minütige Workshop ist praxisorientiert gehalten und interaktiv konzipiert. Inhaltlich werden die aktuellen Leitlinien und Studien zur Pharmakotherapie bei ADHS und Autismus betrachtet. Hierfür werden Fallvignetten zur exemplarischen Entscheidungsfindung bei komplexen Komorbiditäten herangezogen. Nach kurzen Inputs von Referenten folgen Diskussionen und Gruppenarbeiten an konkreten Beispielen. Der Workshop richtet sich an alle Berufsgruppen, die an der Behandlung von ADHS und Autismus beteiligt sind. Ziel ist es, evidenzbasierte Behandlungspläne zu entwickeln und praktische Tipps zu Dosierung, Titration und Monitoring zu vermitteln. Er liefert ein Update zur medikamentösen Behandlung neurodiverser Patient:innen und verbindet wissenschaftliche Evidenz (Stimulanzien, Antipsychotika, Melatonin etc.) mit praxisnahen Fallbeispielen und betont individualisierte Therapieansätze. Dabei werden sowohl On-Label-Indikationen als auch notwendige Off-Label-Optionen kritisch erläutert, um eine optimale Versorgung von Menschen mit ADHS und Autismus zu fördern.
Dr. Martin Ullmann, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt
Maria Zoll, Ärztin
IPS in der Praxis /
Workshop 6 wird vormittags (10:30 bis 12:30 Uhr) und nachmittags (14:00 bis 16:00 Uhr) angeboten.
Wie bringt man Menschen mit psychischen Erkrankung in Arbeit? Individual Placement and Support (IPS) bezeichnet ein Jobcoaching-Verfahren, bei dem Klient:innen direkt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt und anschließend langfristig betreut werden. IPS hat sich als deutlich effektiver erwiesen als herkömmliche berufsvorbereitende Rehabilitation. In diesem Workshop vermitteln wir Grundlagen der Klient:innenarbeit anhand von Praxisbeispielen und zeigen, wie man mit typischen Problemlagen umgeht.
Dr. Daniel Nischk, Dipl.-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut
Tobias Mahlbacher, Sozialpädagoge
Anmeldung
Per E-Mail an diagnostiksprechstunde(at)zfp-reichenau.de bis einschließlich Sonntag, 26. Oktober 2025, mit Betreff „Anmeldung Fachtagung“.
Bitte teilen Sie uns in der Anmeldung folgende Informationen mit:
- Name
- Tätigkeit
- Institution
- E-Mail-Adresse
- Telefonnummer
- Essenspräferenz (Vollkost/Vegetarisch/Vegan)
Bitte nennen Sie uns darüber hinaus für die Zuteilung der Workshops (siehe Workshop-Beschreibungen) Ihre Prioritäten:
- Bitte angeben, ob Sie an beiden Workshop-Blöcken (vormittags und nachmittags) teilnehmen möchten
- Vormittags: 1. Priorität und 2. Priorität
- Nachmittags: 1. Priorität und 2. Priorität
Pro Workshop sind nur begrenzte Plätze verfügbar.
Tagungsgebühr
Diese beträgt 120 Euro und beinhaltet die Teilnahme am fachlichen Programm einschließlich der Versorgung mit Essen und Getränken. Psychotherapeut:innen in Ausbildung bezahlen einen reduzierten Beitrag von 30 Euro.
Die Gebühr ist vorab per Überweisung innerhalb der Anmeldefrist zu entrichten (bitte unbedingt auf die vollständige Angabe des Verwendungszwecks achten).
Zentrum für Psychiatrie Reichenau
IBAN: DE 37692910000214782707
BIC: GENODE61RAD
Verwendungszweck: 5020191 / Fachtagung ADHS, Autismus, Psychose / Name
Zertifizierung
Für die ganztägige Teilnahme an der Tagung werden bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg CME-Punkte beantragt.
Tagungsort
Zentrum für Psychiatrie Reichenau
Haus 1, Festsaal
Feursteinstraße 55
78479 Reichenau
Lageplan
Den Lageplan finden Sie online unter www.zfp-reichenau.de/unternehmen/lageplan. Informationen zur Anfahrt finden Sie hier.
Kontakt für Rückfragen
Sekretariat PIA Reichenau
Klinik für Sozialpsychiatrie
Tel.: 07531 977-8705
E-Mail: diagnostiksprechstunde(at)zfp-reichenau.de


