Blick von einer Empore in einen bunt bestuhlten Festsaal mit Bühne.

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Jan Bulla wird zum Honorarprofessor berufen /

Zwei Männer in Hemden lächeln in die Kamera.

Geschäftsführer Paul Lahode (rechts) gratuliert Jan Bulla zu seiner Bestellung als Honorarprofessor durch die Universität Konstanz.

Der Ärztliche Direktor der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie des ZfP Reichenau ist zum Honorarprofessor im Fachbereich Psychologie der Universität Konstanz ernannt worden. Er unterrichtet dort Psychologie.

Neben seiner Arbeit im ZfP Reichenau unterrichtet Jan Bulla bereits seit mehr als zehn Jahren an der Universität Ulm, wo er auf dem Weg zur Habilitation und seit 2019 als Privatdozent am Lehrstuhls für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie (Univ.-Prof. Dr. Manuela Dudeck) Seminare in forensischer Psychotherapie abhält. 

Seit mehreren Jahren unterrichtet der Psychiater auch an der Universität Konstanz Studierende im Bachelorstudiengang Psychologie und Master-Studiengang Psychologie mit Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie (KliPP). Im Wintersemester steht ein Seminar zur vertieften Verfahrenslehre in psychoanalytisch begründeten Verfahren auf dem Programm, im Sommersemester das Vertiefungsseminar „Praxis der psychologischen Diagnostik“. 

Wie Gutachten erstellt werden

Dabei vermittelt Jan Bulla den angehenden Psychotherapeut:innen die Methodik für Begutachtungen und deren Anwendung bei Fragestellungen in ausgewählten Rechtsgebieten. Der Schwerpunkt seines Seminars liegt im strafrechtlichen Bereich, wobei er auch zivilrechtliche Fragestellungen abdeckt. Beispielsweise werden derartige Gutachten angefordert, wenn in strafrechtlichen Verfahren infolge psychischer Störungen die volle Schuldfähigkeit in Zweifel gezogen wird, eine Unterbringung im Maßregelvollzug geprüft oder im Zivilrecht bei Erbschaftsstreitigkeiten die Testierfähigkeit aufgrund einer vermuteten dementiellen Erkrankung infrage gestellt wird.

Jan Bulla ist es wichtig, dem akademischen Nachwuchs in Medizin und Psychologie Grundlagen in der Begutachtung und der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung straffällig gewordener Menschen zu vermitteln. „Auch wenn die Studierenden ihre Zukunft nicht im Maßregelvollzug oder anderen strafrechtlichen Institutionen suchen, werden sie mit grundlegenden ethischen und gesellschaftlichen Fragen konfrontiert“, erläutert er. Insbesondere mit dem Lehrstuhl von Prof. Daniela Mier besteht eine enge Zusammenarbeit in der Lehre und in Forschungsprojekten.

Seine Bestellungsurkunde erhielt Jan Bulla von Katharina Holzinger, der Rektorin der Universität Konstanz. Paul Lahode, Geschäftsführer ZfP Südwürttemberg und ZfP Reichenau, gratulierte ihm dazu. „Ihre akademische Leistung neben der regulären Leitung und ärztlichen Direktion eines Maßregelvollzugs sind beachtlich“, sagte er. „Sie sind ein Aushängeschild für unser Unternehmen.“ Denn die Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis diene immer auch dem Ziel der bestmöglichen Versorgung der Patient:innen.

Zur Person

  • Jan Bulla (49) hat in Ulm und München Medizin studiert. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Forensische Psychiatrie und Psychotherapie.
  • Seine Promotion hat er über das forensisch-psychotherapeutische Thema „Metaphernanalyse in einer Gruppentherapie mit Sexualstraftätern“ geschrieben.
  • Die Venia Legendi, also die Lehrberechtigung für Universitäten, erreichte er im Fach „Forensische Psychiatrie und Psychotherapie“ mit der kumulativen Habilitationsschrift „Versorgungsepidemiologische Entwicklungen im Baden-​Württembergischen Maßregelvollzug“.
  • Am ZfP Reichenau hat er 2009 als Assistenzarzt in der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie begonnen, war später Oberarzt und stellvertretender Ärztlicher Direktor, bis er 2019 die Ärztliche Direktion übernahm.