Blick von einer Empore in einen bunt bestuhlten Festsaal mit Bühne.

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PBZ Waldshut-Tiengen gewährt Blick hinter die Kulissen

Eine Frau in einem Kleid steht vor einer Präsentationsleinwand und ein Mann im Anzug rechts daneben am Rednerpult.

Claudia Vallentin (Ärztliche Direktorin) und Lorenzo Fenech (Pflegedirektor) eröffnen den Tag der offenen Tür am PBZ Waldshut.

Mit einem Tag der offenen Tür hat das Psychiatrische Behandlungszentrum (PBZ) Waldshut-Tiengen seine neuen Räume der Öffentlichkeit vorgestellt. Interessierte konnten die Klinik erkunden und sich über die Therapieangebote informieren.

Rund 250 Gäste haben die Möglichkeit genutzt, sich einen Eindruck von der Erweiterung des PBZ Waldshut-Tiengen zu verschaffen. Die Klinik in der Kaiserstraße 106 hat zwischen 2023 und 2025 zwei neue Stockwerke erhalten. Damit hat sie nicht nur ihre räumlichen Kapazitäten verdoppelt, sondern auch die Zahl der stationären und teilstationären Therapieplätze.

Alle Diagnosen werden behandelt

Claudia Vallentin, Ärztliche Direktorin des PBZ Waldshut-Tiengen, und Lorenzo Fenech, Pflegedirektor, stellten die Klinik am Vormittag geladenen Gästen vor. Mit der Erweiterung sind auch die Behandlungsmöglichkeiten für psychisch erkrankte Menschen im Landkreis Waldshut gewachsen: Nun werden dort alle Diagnosen behandelt. Neu hinzugekommen ist nicht nur die Gerontopsychiatrie für die Versorgung von Menschen über 65 Jahren, sondern auch die Behandlung von Patient:innen mit Suchterkrankungen. Sie wurden bislang am Hauptstandort des ZfP Reichenau behandelt.

Dr. Paul Lahode, Geschäftsführer ZfP Südwürttemberg und ZfP Reichenau, betonte in seiner Ansprache, dass der Standort des PBZ in der Waldshuter Innenstadt für die bestmögliche Behandlung der Patienten enorm wichtig sei. Eine dezentrale Versorgung ermögliche es psychisch erkrankten Menschen, Hilfe in ihrer gewohnten Umgebung zu bekommen, ohne weite Wege zurücklegen zu müssen.

Wie die Psychiatrie der Zukunft aussehen könnte

Welche Entwicklungen die Psychiatrie in der näheren Zukunft durchlaufen könnte, zeigte Prof. Dr. Dr. Uwe Herwig, Ärztlicher Direktor Psychiatrie und Psychotherapie sowie stellvertretender Geschäftsführer des ZfP Reichenau, in seinem Vortrag auf. Auch er erwartet eine weitere Dezentralisierung, verbunden mit der Schaffung weiterer ambulanter Therapieangebote. Die Digitalisierung und Automatisierung mancher Arbeitsabläufe schaffe ebenfalls neue Möglichkeiten für eine effiziente Behandlung. 

Der Vorsitzende des Ärztlichen Kreisvereins Waldshut-Bad Säckingen, Christoph von Ascheraden, betonte, wie wichtig die Transparenz gegenüber der Bevölkerung ist. „Früher wurden psychisch kranke Menschen weggesperrt. Das hat sich zum Glück geändert“, sagte er. Die Einstellung habe sich weitgehend gewandelt. Trotzdem würden das pflegerische und psychiatrische Fachpersonal weiterhin mit problematischen Aussagen zu psychischen Krankheiten konfrontiert werden. Dies zeige, wie wichtig Veranstaltungen wie der Tag der offenen Tür seien.

Eine Frau mit kurzen Haaren und bunter Bluse steht vor sitzenden Menschen in einem Vortragsraum und präsentiert etwas.
Menschen in einem mit Ballons geschmückten Raum und Tischen mit Essen.
Zwei Männer, einer stehend und einer sitzend, spielen Gitarre.

Mit einer Rallye geht’s durch die Klinik

Anerkennung für die psychiatrische Versorgung drückten die Landräte Dr. Martin Kistler vom Kreis Waldshut und Zeno Danner vom Kreis Konstanz in ihren Grußworten aus. Petra Dorfmeister, erste Beigeordnete der Stadt Waldshut-Tiengen, freute sich über die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des PBZ Waldshut-Tiengen zu werfen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen, mit denen man sonst keine Berührungspunkte habe.

Am Nachmittag wurden die Türen für alle Interessierten geöffnet. Die Besucherinnen und Besucher konnten die Klinik bei einer Rallye erkunden. Das PBZ-Team brachte den Interessierten seine Arbeit außerdem mit vielen Mitmachangeboten näher: beim Achtsamkeitstraining, beim Stempeln, Walzen und Schablonieren in der Kunsttherapie, beim Trommeln und Impro-Musik in der Musiktherapie, beim Origami falten und Armbänder knüpfen in der Ergotherapie. 

Vom Rohbau zum Tag der offenen Tür

Wie sich das PBZ Waldshut-Tiengen baulich verändert hat sowie weitere Impressionen vom Tag der offenen Tür im PBZ Waldshut-Tiengen sehen Sie in unserem kurzen Film. 

Das Bild zeigt ein großes mehrstöckiges Gebäude an einer Straßenkreuzung mit Autos, Menschen und einem gelben Einklinker mit Text.

© Ralf Hug