Blick von einer Empore in einen bunt bestuhlten Festsaal mit Bühne.

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Moderne Behandlung für opiatabhängige Menschen /

Normalerweise müssen Ersatzstoffe für Opiate vom Schwarzmarkt in direkter Sichtvergabe durch eine Ärztin bzw. einen Arzt erfolgen. Sichtvergabe heißt, dass die Ärztin oder der Arzt persönlich die Patient:innen bei der Einnahme des Substituts beobachtet. 

In der Telemedizinischen Substitutionsambulanz in Singen wird Dr. Tanja Renz, Chefärztin der Klinik für Suchtmedizin des ZfP Reichenau, bei der Sichtvergabe unterstützt. Medizinische Fachangestellte und Mitarbeitende der Drogenberatung, die dafür bei der Bezirksärztekammer Südbaden geschult wurden, übernehmen dabei die Sichtvergabe. 

Das deutschlandweit einzigartige Modellprojekt wird vom ZfP Reichenau, der Drogenberatung und der AOK umgesetzt. Behandelt werden können aktuell nur Patient:innen mit einer aktiven AOK-Versicherung. Laut Renz ist es aber denkbar, dass sich andere Krankenkassen dem Modellprojekt noch anschließen. Das Angebot richtet sich an Menschen aus Singen um Umgebung, die Opiate konsumieren. 
 

Nach einem Vorgespräch startet die Behandlung


Um in der Telemedizinischen Substitutionsambulanz behandelt zu werden, ist keine Überweisung notwendig. „Wir wollen die Kontaktaufnahme so niederschwellig wie nötig halten“, sagt Dr. Tanja Renz. Betroffene müssen lediglich einen Termin für ein persönliches Vorgespräch mit der Chefärztin vereinbaren. 

Dr. Renz ist an zwei Tagen pro Woche vor Ort, um Kontakt mit neuen Patient:innen aufzunehmen, aber auch, um Rezepte auszustellen oder um Gespräche bei auftretenden Problemen und Schwierigkeiten mit Patient:innen zu führen. An den anderen Tagen ist die Chefärztin per Videosprechstunde erreichbar, falls es bei Patient:innen zu akuten Problemen kommt, z.B. zu einer Intoxikation oder psychischen Problemen. 

Teamfoto von zwei Frauen mittleren Alters mit Brille und einem jüngeren Mann im Hemd.

Das Team der Telemedizinischen Substitutionspraxis: Chefärztin Dr. Tanja Renz (Mitte) mit den medizinischen Fachangestellten Petra Lehmann und Nico Capellino.

Zwei Männer und eine Frau sitzen in einem Büro hinter ihren Schreibtischen an Computern.

Benjamin Brendle, Mitarbeiter der Drogenberatung sowie seine Kolleg:innen sind für die psychosoziale Betreuung zuständig. Die enge Verzahnung ist wesentlicher Pfeiler des Konzepts.

Ein Praxiszimmer mit Schreibtisch, orangenem Besucherstuhl und einer Behandlungsliege.

Die Telemedizinische Substitutionsambulanz bietet moderne Behandlung für opiatabhängige Menschen aus Singen und Umgebung.

Mehrstöckiges Gebäude an einer Straße in einem Ort.

Seit März 2026 ist die deutschlandweit erste Telemedizinische Substitutionsambulanz in Singen, Freiheitsstr. 6-8, 4. OG, eröffnet.

Blick in einen Warteraum mit vier bunten Stühlen, die vor einem großen Fenster stehen.

Im Rahmen dieses einzigartigen Modellprojektes können aktuell bis zu 100 Personen mit einer aktiven AOK-Versicherung behandelt werden.

Was für den Erfolg der Therapie wichtig ist


Im Vorgespräch werden Modalitäten geklärt, Einwilligungserklärungen abgegeben und ein Vertrag mit der Drogenberatung abgeschlossen, mit der Ziele definiert werden. Die enge Verzahnung mit der psychosozialen Betreuung durch die Drogenberatung ist ein wesentlicher Pfeiler des Konzepts. Denn eine erfolgreiche Substitution ist mehr als die rein medizinische Vergabe von Ersatzstoffen: Die begleitende psychosoziale Stabilisierung ist für den langfristigen Erfolg der Patient:innen essenziell.

Das ZfP Reichenau, die Drogenberatung und die AOK verfolgen mit der Telemedizinischen Substitutionsambulanz das Ziel, opiatabhängigen Menschen eine wohnortnahe, moderne und teilhabeorientierte Behandlung zu ermöglichen. Ausgelegt ist die Ambulanz auf 100 Plätze.
 

Kontakt
Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Reichenau
Telemedizinische Substitutionsambulanz
Freiheitsstr. 6-8, 4. OG
78224 Singen
Tel.: 07731/14 46 05 01
Fax: 07731/14 46 05 41
substitutionspraxis-singen(at)zfp-reichenau.de
 

Sprechzeiten
Montag, Freitag: 10:00 bis 13:00 Uhr
Dienstag, Donnerstag: 09:00 bis 12:00 Uhr
Mittwoch: 14:00 bis 17:00 Uhr