Normalerweise müssen Ersatzstoffe für Opiate vom Schwarzmarkt in direkter Sichtvergabe durch eine Ärztin bzw. einen Arzt erfolgen. Sichtvergabe heißt, dass die Ärztin oder der Arzt persönlich die Patient:innen bei der Einnahme des Substituts beobachtet.
In der Telemedizinischen Substitutionsambulanz in Singen wird Dr. Tanja Renz, Chefärztin der Klinik für Suchtmedizin des ZfP Reichenau, bei der Sichtvergabe unterstützt. Medizinische Fachangestellte und Mitarbeitende der Drogenberatung, die dafür bei der Bezirksärztekammer Südbaden geschult wurden, übernehmen dabei die Sichtvergabe.
Das deutschlandweit einzigartige Modellprojekt wird vom ZfP Reichenau, der Drogenberatung und der AOK umgesetzt. Behandelt werden können aktuell nur Patient:innen mit einer aktiven AOK-Versicherung. Laut Renz ist es aber denkbar, dass sich andere Krankenkassen dem Modellprojekt noch anschließen. Das Angebot richtet sich an Menschen aus Singen um Umgebung, die Opiate konsumieren.





