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Supported Employment

Platzierung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mit professioneller Begleitung

Im Kontext der bereits bestehenden Behandlungskomponenten des Modellprojektes zur Früherkennung und Frühbehandlung implementierte das ZfP-Reichenau in der Behandlung psychisch erkrankter Menschen das Supported Employment.

Der Grundgedanke – zuerst Platzieren auf dem ersten Arbeitsmarkt, dann Trainieren – stellt einen Paradigmenwechsel dar zu dem existierenden System der beruflichen Wiedereingliederung psychisch beeinträchtigter Menschen mit den traditionellen Instrumenten vorbereitender Arbeitstrainings im geschützten Rahmen; oftmals haben sich bereits in diesem Prozess Motivationsdefizite eingestellt, die eine Erschwernis darstellen, auf dem ersten Arbeitsmarkt anzukommen.

Durch das Supported Employment kann einerseits ein noch nicht vorhandener Arbeitsplatz passend für den Bewerber gesucht werden, oder andererseits dient es dem Arbeitsplatzerhalt durch eine adäquate Begleitung des Job Coaches. Die Voraussetzung für die Durchführung des Supported Employment ist die Motivation des jeweiligen Klienten. Der Job Coach begleitet den Klienten ohne zeitliche Befristung und führt Gespräche mit ihm und dem Arbeitgeber, insbesondere beim Arbeitsbeginn und auftretender Probleme. Jedoch kann auf Wunsch des Arbeitenden der Job Coach sich im Laufe Zeit zurückziehen im direkten Kontakt mit dem Arbeitgeber.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Menschen durch Supported Employment wesentlich größere Arbeitsplatzchancen auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. Wichtige Aspekte sind die Erhöhung des Selbstwertgefühls bei einem bestehenden Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt, eine Verbesserung der Integration in das soziale Umfeld und damit verbundener höherer Lebensqualität, eine erhöhte Motivation bei der therapeutischen Behandlung und einer langfristigen Stabilisierung auch in kritischen Situationen.

Das Supported Employment wurde vor mehr als 20 Jahren in den USA entwickelt und etablierte sich ab Ende der 1990er Jahre in zahlreichen Ländern weltweit. Das in New Hampshire (USA) entwickelte Modellprogramm – Individual Placement and Support System (IPS) – ist das am gründlichsten konzipierte und mittlerweile besten international evaluierte Supported Employment Modell.