Das Team des Supported Employment im ZfP Reichenau begleitet seit zehn Jahren Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen beim Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Das Thema war ein Schwerpunkt der diesjährigen Fachtagung Neurodiversität.
„Wenn es Arbeit nicht gäbe, müsste man sie aus psychosozialen Gründen erfinden“, sagte Andreas Bechdolf, Chefarzt am Vivantes Klinikum Am Urban in Berlin-Kreuzberg, der in seinem Vortrag einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand gab. Arbeit habe eine stark unterstützende Funktion, ermögliche soziale Teilhabe und gebe Zeitstruktur, um nur einige Vorteile zu nennen.
Die Forschung zeigt, dass es hilfreich ist, im Krankheitsverlauf möglichst früh anzusetzen. Damit verfolgt das Supported Employment, auch Individual Placement and Support (IPS) genannt, einen anderen Ansatz als viele etablierte Methoden, bei denen Betroffene im geschützten Rahmen von Reha-Werkstätten langsam wieder an Arbeit herangeführt und trainiert werden.

